Western-Comics
Western kennt man vor allem aus zahllosen Kinofilmen, TV-Serien oder Romanen. Sie handeln vom Mythos der Eroberung des Wilden Westens. Doch auch gezeichnete Geschichten aus dem Wilden Westen faszinierten sowohl junge als auch ältere Comic-Leser. Die Zeit der Western-Comics in Deutschland begann in den 50er Jahren mit Veröffentlichungen von deutschen, italienischen und amerikanischen Werken, die rasch eine treue Leserschaft fanden. Ab den 60er Jahren nahmen die Wildwest Comicalben stark zu. Dabei gewannen im Laufe der Jahre Alben aus Frankreich und Belgien immer mehr an Bedeutung und übernahmen schließlich die Marktführerschaft. Die Qualität der Geschichten war, ebenso wie die Zeichnungen, meist starken Schwankungen unterworfen. Künstlerisch anspruchsvolle Werke waren ebenso zu finden wie äußerst simple Zeichnungen. Als Zielgruppe war vor allem die jüngere Leserschaft ausersehen. Später wurde auch vermehrt ein erwachsenes Publikum angesprochen. Die Stories der Wildwest-Comics sind ähnlich angelegt, wie in den Wildwest-Filmen. Sie handeln von dem Vordringen der weißen Eroberer immer weiter nach Westen sowie ihren Konflikten untereinander und den einheimischen Indianern. Zu den Pionieren der Western-Comics gehört die Reihe „Blauer Pfeil, der Häuptlingssohn“, die von dem Stamm der Irokesen erzählt, der versucht sich gegen die vordringenden Weißen zur Wehr zu setzen. Doch auch Romanklassiker fanden ihre Umsetzung als Comic. Ab 1963, im Zuge der populären Winnetou-Filme, erscheinen Karl Mays legendäre Figuren Winnetou und Old Shatterhand auch als Comic-Serie. Unter dem Titel „Karl May und Winnetou“ erschienen die klassischen Abenteuer der Blutsbrüder mit der Vorlage aus Karl Mays Romanabenteuern. Auch das Fernsehen spielte eine zunehmend wichtigere Rolle bei der Auswahl der Comicstoffe. So erschienen Comic-Versionen von TV-Westernserien wie "Bonanza", "Laramie", „Rin Tin Tin“ und „Lone Ranger“. Genau wie in den TV-Stoffen, kämpfen hier die Helden tapfer und aufrecht gegen finstere Banditen und Indianer, bieten dabei aber manch reizvolle Variante. Doch es gibt auch weiterhin Western-Comics mit neuen Protagonisten. Ab Mitte der 60er Jahre erscheinen Serien wie „Bessy“, „Silberpfeil“, „Lasso“ und „Buffalo-Bill“, die zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Westerncomics zu zählen sind. Allein „Bessy“ erreichte zwischen 1965 und 1985 1000 Ausgaben. „Silberpfeil“, der Kiowa-Häuptling, der mit seinem Blutsbruder Falk oftmals an Winnetou und Old Shatterhand erinnert, brachte es immerhin auf 768 Ausgaben. Ab den späten 60er bzw. frühen 70er Jahren gewannen die frankobelgischen Western-Comics vermehrt in Deutschland an Bedeutung. Serien wie „Leutnant Blueberry“ und „Comanche“ zeichnen sich durch ihre realistischen Zeichnungen und Stories aus. Doch auch humorvolle Comics wie „Umpah-Pah“ und vor allem „Lucky Luke“ traten ihren Siegeszug an. Besonders Lucky Luke nimmt den Mythos des Wilden Westens häufig auf die Schippe. Immer wieder sind seine Abenteuer mit der Geschichte des Wilden Westens eng verwoben und er begegnet zahlreichen Legenden dieser Epoche. Doch auch Lucky Luke ist den Schwankungen der Zeit unterworfen, so wandelt er sich vom Kettenraucher, zum politisch korrekten Nichtraucher. Im Gegensatz zu vielen anderen Western-Comics rettete sich Lucky Luke bis ins 21. Jahrhundert. Heute haben die Western-Comics an Bedeutung verloren, doch ihre treuen Liebhaber finden sie noch immer.
Western-Comics: Die besten Serien, bewertet von unseren Lesern
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