Hommage
Historisch betrachtet, ist eine Hommage eine öffentliche Treuebezeichnung gegenüber dem Lehensherren im Rahmen einer feierlichen Zeremonie. Bei der Inthronisierung der britischen Königin Elizabeth II. fand die vorerst letzte Hommage dieser Art in Europa statt. Mit einer Hommage macht der einzelne also deutlich, dass er jemanden anders oder eine bestimmte Idee als Meister oder als verehrungswürdig empfindet. Häufig wird dies dargestellt durch Anleihen aus dem Originalwerk oder eindeutige Anspielungen, aus denen für die Öffentlichkeit deutlich wird, wem dieses Werk gewidmet ist. So gilt Woody Allens Film "Manhatten" als Hommage an die Stadt New York. Im Bereich der Kunst findet man ebenfalls häufig Hommagen. Maler bedienen sich der Stilmittel und Ideen großer und berühmter Künstler oder stellen das Kunstwerk eines von ihnen verehrten Künstlers in einem anderen Medium dar. Oft findet sich schon im Titel ein Hinweis auf diese Form der Verehrung, durch Formulierungen wie "Hommage an..." oder "Hommage à ...". Auch wenn eine Hommage kritische Untertöne haben kann, ist sie niemals negativ gedacht. Eine jüngere Form der Hommage ist die sogenannte "Fan Fiction", bei der Fans von Filmen, Serien oder Buchreihen die zentralen Figuren dieser Werke in eigenen Szenarien einsetzen. Im Internet gibt es eigene Plattformen, auf denen Werke dieser Art ausgetauscht, diskutiert und bewertet werden. Häufig entwickeln diese Figuren mit der Zeit ein Eigenleben, aber die Verfasser achten schon darauf, dass die Vorgaben der Werke, aus denen sie sich bedienen, bis ins kleinste Detail eingehalten werden. Eine Variante dessen sind Treffen mit Kostümierung, bei denen es auch Darbietungen und Wettbewerbe gibt, unter anderem bekannt unter der Bezeichnung "CosPlay". Auch bei Comics sind Hommagen keine Seltenheit. Es gibt ganze Bände mit Sammlungen von Werken begeisterter Fans, die sich an den Figuren, dem Sprachstil oder den Ideen ihres Idols versucht haben. Einige dieser Werke sind eher fragwürdig und ähneln eher schlechten Kopien, aber andere sind überaus gelungen und stellem durch ihre Konzeption dar, wie derjenige Künstler, dem die Hommage gilt, durch die Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Ein berühmtes Beispiel für einen Künstler, dem auf diese Weise viele Werke gewidmet wurden, ist Wilhelm Busch. Etliche Fans seiner Werke haben sich mit den Figuren und Geschichten befasst und teilweise überaus originelle Hommagen verfasst, von denen ein Großteil sich sogar des gleichen Sprachstiles bedient. Aber auch jüngere Werke wie die Marvel Comics, die Figuren von Disney oder Asterix sind in der Vergangenheit Objekte dieser kreativen Art der Verehrung geworden. Kurz ausgedrückt: Eine Hommage ist eine kreative Liebeserklärung.
Hommage: Die besten Serien, bewertet von unseren Lesern
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